Vereinsausflug 2015 nach Duxford und Isle of Wight

Dieses Jahr wollten wir mal wieder in den Norden und da Clubmitglied Rolf zur Zeit in England wohnt, war das Ziel Duxford schnell festgelegt. 2 umfangreiche Briefings in den Wochen vor dem Abflug sind nötig, damit alle mit dem Kartenmaterial, Flugplanaufgabe, Tankstopps, Anflugverfahren und Grenzübertrittsformalitäten (England ist nicht Schengen Mitglied). Die anfängliche Euphorie hat sich bei dem einen oder anderen in der Vorbereitungsphase doch gelegt, so dass wir am Freitag Morgen "nur" mit 10 Maschinen auf die Reise gehen. Die Geschwindigkeitsunterschiede zwischen RV7, Extra 300 und Piper Super-Cub bzw. ULs sind doch beträchtlich, so dass wir in zwei Gruppen starten. Die langsame Gruppe setzt sich um Punkt 08:00 in Marsch, die schnelle folgt eine gute Stunde später. Als ersten Tankstopp und Treffpunkt haben wir Saarlouis gewählt.  Gewitterbedingt dreht aber auf Hinweis von FIS ein Teil der Gruppe nach Speyer ab und kommt deswegen erst gegen 11:00 in Saarlouis an.

  • Tag 1 Saarlouis Extra mit Startschwierigkeiten
  • Tag 1 Abflug Guenzburg
  • Tag 1 Saarlouis Zwischenlandung
  • Tag 1 Saarlouis Tankstopp
  • Tag 1 Speyer Zwischenlandung

Als endlich alle mit dem Tanken und bezahlen durch sind, springt die Extra nicht mehr an, die Batterie ist leer. Was tun? Kurzentschlossen versucht Reinhard, die Extra mit der Hand anzuwerfen, was aufgrund des 4 Blatt Propellers tricky ist. Allein sein guter Wille reicht nur, dem Motor ein einmaliges Husten zu entlocken. Nach kurzem Palaver beschließen wir, dass die Gruppe weiterfliegt und Johann am Platz auf die Jagd nach einer Batterielademöglichkeit geht. Nach dem Start Flugplan öffnen und sofort auf die Frequenz von Straßburg Information umschalten. Die Tiefflugstrecken sind noch aktiv, so dass wir in 500 Fuß darunter durch fliegen müssen. Straßburg sieht das locker und verabschiedet uns mittendrin mit einem trockenen "Radar contact lost, Good Bye". 20 Knoten Gegenwind rütteln uns im Tiefflug ordentlich durch und wir sind froh, als wir nach Longuyon auf Reiseflughöhe steigen können. Auf Flugfläche 65 ist es über den Wolken deutlich ruhiger, aber dafür sorgen 35 Knoten Gegenwind für magere 60 Knoten über Grund. Die Strecke nach Calais zieht sich dadurch ordentlich und stellt die Flüssigkeitsspeicherkapazität des menschlichen Körpers auf eine harte Probe. Nach 3 Stunden Flugzeit tauchen wir durch große Löcher unter die Wolkendecke, werden noch einmal ordentlich durchgeschüttelt und landen bei 25 Knoten Wind, zum Glück aber genau in Bahnrichtung. In Calais wird das Bezahlen der Tankrechnung auch zum Geduldsspiel, da alle Flugzeuge erst im Computer mit allen möglichen und unmöglichen Daten angelegt werden müssen. Die Küche im Restaurant ist auch zu und so müssen wir den Magen mit Getränken (natürlich alkoholfrei) bei Laune halten. Von Davi kommt die Nachricht, dass die Extra am Ladegerät hängt und sie hoffen, in Saarlouis bald starten zu können.

  • Tag 1 Calais
  • Tag 1 Calais Terminal
  • Tag 1 Dover Kreidefelsen
  • Tag 1 Kernkraftwerk Cattenom

Nachdem alle Flugpläne aufgegeben sind starten wir bei nicht nachlassendem Wind und starker Bewölkung in 4000 Fuß mit angelegten Schwimmwesten zum letzten Leg mit Kurs auf Dover. Die Kreidefelsen sind von Calais aus schon gut zu sehen, aber über dem Hafen steht ein dicker Schauer. Nachdem der umflogen ist, geht's in maximal 2000 Fuß über Rochester, Stapleford und das BPK VOR zwischen den Kontrollzonen von Heathrow, Southend, Stansted und Luton auf Kurs Duxford. Wir werden so durchgeschüttelt, dass der Vorrat an ....tüten im nu aufgebraucht ist. Von Duxford bekommen wir das QFE und werden mit britischer Höflichkeit gefragt ob wir Gras oder Hard für die Landung bevorzugen. Wir nehmen Gras und haben das Vergnügen, zeitgleich mit einer doppelsitzigen Spitfire in der Platzrunde zu fliegen (kommt in Günzburg eher selten vor...). Wir verzurren die Flugzeuge und werden prompt darüber informiert, dass nur von 2 Maschinen das Grenzübertrittsformular vorliegt, ohne gäbe es morgen keinen Start. Von Davi kommt die Hiobsbotschaft, dass sie in Calais festsitzen, die Extra hat wieder keinen Saft mehr in der Batterie. Aus Sympathie stellt auch die Siai Marchetti dort ihren Dienst ein und verweigert den Start. Nachdem auch der Taxi Transfer nicht klappt, machen wir uns zu Fuß auf den Weg in's 2 km entfernte Hotel. Über unsere nicht so Wandergeübten erbarmt sich der Flugleiter und fährt die kleine Gruppe direkt zum Hotel. Im Red Lion genießen wir ein excellentes Abendessen und laben uns an Stella Ale. In Grüppchen sitzen wir noch lange beisammen, lassen den Tag Revue passieren und den Abend gemütlich ausklingen.

  • Tag 1 Duxford Abmarsch 2
  • Tag 1 Duxford Abmarsch 1
  • Tag 1 Duxford Landebier 2
  • Tag 1 Duxford im Hotel
  • Tag 1 Duxford Red Lion
  • Tag 1 Duxford Landebier
  • Tag 1 Duxford Abstellen neben Spitfire
  • Tag 1 Duxford Absacker
  • Tag 1 Duxford Ankunft
  • Tag 1 Duxford Ankunft Gruppe 2

Nach einem sehr britischen Frühstück teilt sich die Gruppe: Ein Teil fährt nach Cambridge und der Rest per Taxi zum Imperial War Museum. Concorde, B52, Messerschmitt Taifun, Spitfire, DC3, U2, Stampe und Vicker Viscount stehen einträchtig nebeneinander und werden ausgiebig besichtigt. Währenddessen finden draußen pausenlos Rundflüge mit Spitfire (3000 GBP pro 1/2 Stunde), Tiger Moth und Dragon Rapide statt. Von Davi kommt die gute Nachricht, dass sie endlich die Batterie geladen und durch Zufall den Kurzschluss gefunden haben. So stößt die Extra unter großem Hallo mit SR22 und Siai Marchetti Mittags wieder zu uns. Über das "vorzügliche" französische Abendessen und das Hotel in Calais zieht es der Chronist vor nichts zu berichten. Nur so viel sei angemerkt, dass am Samstag Abend noch Whisky zum Einrenken der Mägen nötig ist. Nachdem die Flugzeuge mit AVGAS aus dem Tankwagen versorgt sind (der Fahrer verzieht bei gewaltigen 25 Liter Abnahmemenge der ULs keine Miene), kommen zwei freundliche Grenzpolizisten extra für uns aus Stansted zum Kontrollieren. Nachdem wir aber alle belegen können, dass wir tatsächlich die GARs gemailt haben lassen sie uns ziehen und wir brechen bei strahlendem Sonnenschein zur Isle of Wight auf. 10 Minuten bevor der Platz schließt, kommen Claus und Jakob als letzte an und finden auch ein Plätzchen zum Abstellen. Der Shuttle bringt uns nach Sandown in ein "Arsen und Spitzenhäubchen" Hotel, wir checken ein und marschieren umgehend an die Ocean Pier zum Abendessen. Satt, beschwert von Cola, Bier, Wein und Whisky sinken wir erschöpft in die Buntkarierten.

  • Tag 2 Duxford Gruppe 3
  • Tag 2 Duxford Fruehstueck
  • Tag 2 Duxford
  • Tag 2 Duxford Tanken vor B29
  • Tag 2 Cambridge
  • Tag 2 Cambridge 2
  • Tag 2 Duxford Abflug
  • Tag 2 Duxford Abflug 2
  • Tag 2 Flug nach Sandown
  • Tag 2 Sandown Ocean View 2
  • Tag 2 Ausflug Cambridge
  • Tag 2 Sandown Landebier
  • Tag 2 Anflug Isle of Wight
  • Tag 2 Sandown Ocean View
  • Tag 2 Sandown Ocean View 3
  • Tag 2 Sandown
  • Tag 2 Sandown zum Abendessen

Am nächsten Morgen starten wir bei allerfeinstem Flugwetter, mit Sicht von Pol zu Pol, blauem Himmel und Cummulanten an der englischen Küstenlinie auf den Rückflug. Ausnahmsweise schiebt der Wind, so dass wir stolze 133 Knoten über Grund erreichen. Wir werden von London Information zu Shoreham, Lydd und zurück geschickt und sind in einer knappen Stunde wieder in Calais. Im Gegensatz zum Freitag geht das Tanken reibungslos und sogar die Küche ist besetzt. Das kann man vom Turm nicht sagen und muss alle Blindmeldungen in französischer Sprache abgeben. Nach dem Start steigen wir auf FL55, müssen aber nach 20 Minuten wieder unter 2000 Fuß, da die Wolkendecke sich schließt. Beim Weiterflug senkt sich die Wolkenuntergrenze so weit ab, dass wir unser Heil wieder in der Höhe suchen wollen. Auf FL55, dann 75 und schließlich 95 müssen wir steigen, um über der sich aufbauenden Bewölkung zu bleiben. Kurz vor Longuyon geht's nicht mehr höher, aber da die Bewölkung auflockert, können wir uns in niedriger Gangart bis nach Pirmasens um einige Schauer herum durchschlagen.

  • Tag 3 zu Hause
  • Tag 3 Dover
  • Tag 3 Calais Tankstop
  • Tag 3 Sandown Strand 2
  • Tag 3 Sandown Pier
  • Tag 3 Southend
  • Tag 3 Sandown Strand
  • Tag 3 Pirmasens Tankstop
  • Tag 3 Pirmasens Cafe
  • Tag 3 Sandown Fruehstueck
  • Tag 3 Sandown Abflug

Dort versorgen wir uns mit Kaffee und Kuchen und die Flieger mit Sprit. Bei böigem Wind bis zu 30 Knoten starten wir auf den letzten Leg Richtung Heimat. Die angekündigten Gewitter stehen nur lokal über dem Nordschwarzwald und können problemlos umflogen werden. Zum Abschluß machen wir mit den 3 Remos jeder noch einen tiefen Überflug vor der Landung in Günzburg. Nach 14 Stunden Flugzeit sind alle Maschinen und Piloten wieder heil zu Hause und wir genießen den Abend noch im Biergarten der Pfeffermühle bis in die Dunkelheit.